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DDP-Meldung vom 27.09.2009, 16:49 Uhr

Linke stören Kundgebung und werfen Kreuze in die Spree

 

Berlin (ddp-bln). Rund 1000 Gegner der Abtreibung haben am Samstag in Berlin demonstriert. Nur wenige Meter von ihrer Kundgebung vor der Marienkirche fand vor dem Roten Rathaus eine Gegenveranstaltung von mehreren Hundert Abtreibungsbefürwortern statt. Dabei versuchten der Polizei zufolge etwa 70, offensichtlich linksorientierte Personen, die Veranstaltung durch laute Zwischenrufe und den Einsatz von Trillerpfeifen zu stören. Die Beamten hätten die Störungen unterbunden, indem sie die Personen abgedrängt hätten, teilte ein Polizeisprecher mit. Dennoch sei es einzelnen Protestierern gelungen, den Abtreibungsgegnern mitgeführte Kreuze zu entreißen und in die Spree zu werfen.

Zum «Marsch für das Leben» hatte der Bundesverband Lebensrecht aufgerufen. Er setzt sich nach eigenen Angaben für ein «ungeteiltes Recht auf Leben» ein und lehnt Abtreibungen ab. Auf einem Transparent stand «Wir trauern um alle abgetriebenen Kinder». Am Nachmittag zogen die Abtreibungsgegner, von denen viele schwarz gekleidet erschienen waren, mit einem Schweigemarsch zur St. Hedwigs-Kathedrale. Dort gab es den Gottesdienst, bei dem es zu den Eierwürfen kam.

Die Proteste gegen das Anliegen der Abtreibungsgegner waren unter anderen von der Partei Die Linke und der Beratungsorganisation pro familia angemeldet worden. Die Veranstaltung am Rathaus stand unter dem Motto «Weg mit Paragraph 218». Viele Kundgebungsteilnehmer waren bunt kostümiert. Auf Plakaten war unter anderem zu lesen «Mein Bauch gehört mir. Weg mit Paragraph 218» sowie «Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat».

Im Paragraph 218 des Strafgesetzbuches wird der Schwangerschaftsabbruch gesetzlich geregelt.

(ddp)

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