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[Startseite] [Drucken] [Verlinken & Zitieren] [Vollbild] DDP-Meldung vom 17.10.2009, 12:59 Uhr «Focus»: Marti-Sanchez belastet Vorstand der HSH Nordbank | |||
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München (ddp-nrd). Der Ex-Chef der Londoner HSH Nordbank Niederlassung, Luis Marti-Sanchez, hat in seiner Aussage bei der Staatsanwaltschaft Hamburg offenbar die Spitzen der Bank schwer belastet. Wie das Nachrichtenmagazin «Focus» am Samstag vorab berichtete, soll nach seiner Aussage der Vorstand der Bank Ende 2007 eine Reihe fragwürdiger Geschäfte abgewickelt haben, die die damalige schlechte Finanzlage des Hauses verschleiern sollten. Laut Sanchez hätten Ende 2007 sogenannte «Risikogewichtete Aktiva» (RWA) bei der HSH Nordbank ein Ausmaß erreicht, das bilanzrechtlich und aufsichtsrechtlich nicht mehr tragbar gewesen sei. Deshalb sollen die Nordbanker einen Teil der problematischen Kreditzusagen und Garantien offenbar in milliardenschwere Pakete gepackt und sie über komplizierte Ringgeschäfte an andere Banken verkauft haben, bevor sie später wieder in die Bücher der HSH zurückkehrten. Hätte die HSH Nordbank die RWA-Papiere behalten, so mutmaßte Marti-Sanchez in seiner Aussage, dann hätte die Bankenaufsicht (BaFin) die HSH «wahrscheinlich» Anfang 2008 schließen müssen. Nach Darstellung von Sanchez waren die umstrittenen Omega-Geschäfte ein Projekt neben sechs anderen, die in der HSH entwickelt und vom Vorstand beschlossen wurden. Ein hochrangiger Manager der Bank bestätigte dem Magazin, dass diese «kapitalentlastenden» Geschäfte die Eigenkapitalquote der Bank künstlich hochhalten sollten. Eine Sprecherin der Bank widersprach jedoch den Angaben. Eine bedrohliche Situation habe für die Bank nicht bestanden. Die Transaktionen seien vollkommen gesetzeskonform und zulässig gewesen, sagte sie der Nachrichtenagentur ddp. Es habe keinerlei Notwendigkeit oder Notlage gegeben. Bei den RWA-Deals habe es sich um normale, marktübliche Geschäfte gehandelt. Bereits im Mai 2008 hatten die Anteilseigner der Bank zwei Milliarden Euro an Eigenkapital aufbringen mussten, darunter die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein. Im Frühjahr 2009 folgten weitere drei Milliarden Euro plus 10 Milliarden Garantien, um die Bank vor dem Kollaps zu retten. Durch das Omega-Geschäft hat die HSH 2008 einem vertraulichen Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zufolge 500 Millionen Euro abschreiben müssen. Experten werteten dies als einen entscheidenden Schritt zur Beinahe-Pleite der Bank. Marti-Sanchez gilt als eine der Schlüsselfiguren im Omega-Geschäft. Er war am Mittwoch von der Hamburger Staatsanwaltschaft vernommen worden. Daneben ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen den derzeitigen HSH-Chef Dirk Jens Nonnenmacher. (ddp) | ||
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