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[Startseite] [Drucken] [Verlinken & Zitieren] [Vollbild] DDP-Meldung vom 19.02.2009, 14:23 Uhr Neonazi-Opfer auf dem Weg der Besserung | ||
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Gera/Kassel (ddp-hes). Der am Samstag bei einem Neonazi-Überfall am Kopf verletzte nordhessische Gewerkschafter befindet sich weiter auf dem Weg der Besserung. Der nordhessische DGB-Regionsvorsitzende Michael Rudolph sagte am Donnerstag auf ddp-Anfrage, dass es dem Mann «den Umständen entsprechend» gutgehe. Die Fahndung nach einem der Neonazis, gegen den am Dienstag Haftbefehl ergangen war, geht weiter. Vor dem Hintergrund der Tat forderten SPD, Linke und Gewerkschaften ein Verbot der NPD. Die CDU lehnt dies weiter ab. Nach Angaben Rudolphs konnte der Verletzte bereits kurz aufstehen und Besuch von seiner Familie und Freunden bekommen. Wann der Mann aus dem Krankenhaus entlassen werde, sei jedoch noch nicht absehbar. Bereits am Mittwoch hatte der Dresdener DGB-Regionsvorsitzende Ralf Hron mit dem Jenaer Bürgermeister Albrecht Schröter (SPD) den Verletzten im Krankenhaus besucht. Hron hatte gefordert, die Täter ausfindig zu machen und zu bestrafen. «Es gibt keine Toleranz gegenüber den Intoleranten», sagte Hron. Der nordhessische Gewerkschafter befand sich am Samstag mit anderen Gewerkschaftern auf der Rückfahrt von einer Demonstration gegen den Aufmarsch von Rechtsradikalen in Dresden. An der Raststätte Teufelstal an der Autobahn 4 beschimpften die Neonazis die Gewerkschafter und bewarfen zumindest einen der zwei parkenden Busse mit Gegenständen. Den meisten Mitgliedern der etwa 80-köpfigen Gruppe der Gegendemonstranten gelang es, sich in die Fahrzeuge zu retten. Der Mittvierziger aus dem Schwalm-Eder-Kreis sei von den Nazis jedoch aus einer halb geöffneten Tür gezerrt, getreten und geschlagen worden. Er erlitt bei dem Übergriff einen Schädelbruch. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Gera steht einer der Neonazis im dringenden Tatverdacht, sich der gefährlichen Körperverletzung und des schweren Landfriedensbruchs schuldig gemacht zu haben. Am Dienstag habe das zuständige Gericht einen Haftbefehl erlassen. Nach dem Mann werde nun gefahndet. Bei den anderen Personen habe kein dringender Tatverdacht bestanden, so dass keine weiteren Haftbefehle beantragt worden seien. Die Staatsanwaltschaft wollte keine Angaben zur Herkunft des Mannes machen. Die hessische CDU verurteilte den Übergriff, lehnte ein NPD-Verbotsverfahren jedoch kategorisch ab. «Ein Verbot der NPD würde die rechtsextremistische Gewalt nicht verhindern, da diese auch von Neonazis und Kameradschaften ausgeht, die von einem Verbot nicht erfasst würden», sagte ein CDU-Sprecher. SPD, Linkspartei und DGB forderten indes ein Verbot der rechtsextremen NPD. Der Überfall habe die enge personelle Verflechtung der NPD mit der gewalttätigen Neonazi-Szene offensichtlich gemacht, teilte die Linkspartei am Donnerstag mit. Ein Beleg dafür sei die Tatsache, dass der Bus der rechtsextremen Angreifer vom NPD-Kreisvorsitzenden in der Westpfalz gemietet worden sei, hieß es weiter. (ddp) | |
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