DDP-Meldung vom 06.08.2008, 17:28 Uhr
Attac plant europaweiten Aktionstag gegen den EU-Vertrag
Saarbrücken (ddp-rps). Die Globalisierungskritiker von Attac wollen am 11. Oktober europaweit gegen den Lissabon-Vertrag demonstrieren. Mit dem Aktionstag wolle man das «Nein» der Iren unterstützen, sagte der Mitbegründer von Attac Deutschland, Sven Giegold, zum Abschluss der ersten Europäischen Sommerakademie (ESU) der Organisation am Mittwoch in Saarbrücken.
Attac fordere eine «Entwaffnung der Finanzmärkte», ein neues EU-Vertragswerk sowie Volksabstimmungen über den EU-Vertrag in allen Mitgliedsländern. Die sechstägige Sommerakademie mit mehr als 800 Teilnehmern aus 28 Ländern sei ein «Aufbruch für eine Europäisierung von unten». Es seien zehn Prinzipien für einen demokratischen EU-Vertrag ausgearbeitet worden, sagte Giegold.
Auch Attac-Vertreter, wie der Mitbegründer des französischen Bauernverbandes, José Bové, und der Präsident von Attac Frankreich, Jean-Marie Harribey, zogen ein positive Resümee des Treffens. Sie forderten ein verändertes Kräfteverhältnis innerhalb der EU mit mehr Kompetenzen für das Europäische Parlament. Die norwegische Attac-Präsidentin Emilie Ekenberg forderte, die internationalen Finanzmärkte unter demokratische Kontrolle zu stellen.
In den Workshops und Seminaren wurden 15 länderübergreifende Projekte beschlossen, darunter «Aquattac», ein Netzwerk gegen die Privatisierung von Wasser. Die Globalisierungskritiker einigten sich zudem auf einen Mobilisierungsfahrplan für die kommenden Monate. Demnach wollen sie ihre Forderungen beim Europäischen Sozialforum im September in Malmö, beim Weltsozialforum Anfang Januar in Belén (Brasilien) und beim G8-Gipfel 2009 in Italien verdeutlichen.
(ddp)
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