Die SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag hat eine umfassende Strategie zur Verbesserung der Versorgung von Menschen mit ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue Syndrom) gefordert.
Das teilte die Fraktion am Donnerstag in München mit. Deutschlandweit sind demnach über 650.000 Menschen von der schweren neuroimmunologischen Erkrankung betroffen, viele von ihnen sind bettlägerig und pflegebedürftig. Die SPD kritisiert lange Diagnosewege, fehlende Therapien und mangelndes Verständnis bei Behörden. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion, Ruth Waldmann, betonte, ME/CFS müsse ins Zentrum der bayerischen Gesundheitspolitik rücken. ?Diese Krankheit verändert das Leben der Betroffenen komplett.
Viele sind dauerhaft auf fremde Hilfe angewiesen?, sagte Waldmann. Die SPD fordert unter anderem flächendeckende spezialisierte Anlaufstellen, einen erleichterten Zugang zu telemedizinischer Betreuung für Schwerkranke sowie psychosoziale Unterstützung für Angehörige. Zudem müsse das Fachwissen bei Ärzten, Behörden und Lehrkräften durch Aus- und Weiterbildung verbessert werden, da Symptome oft fälschlich als psychosomatisch eingeordnet würden. In einem Dringlichkeitsantrag verlangt die SPD zudem einen deutlichen Ausbau der medizinischen Forschung, um bessere Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten zu schaffen.
Auch der Einsatz von Off-Label-Medikamenten müsse erleichtert werden. Die Zahl der ME/CFS-Erkrankten ist seit der Corona-Pandemie deutlich gestiegen. Anlässlich des internationalen ME/CFS Awareness Day am 12. Mai sind für den kommenden Samstag Demonstrationen in mehreren bayerischen Städten geplant.
Meldung der dts Nachrichtenagentur vom 07.05.2026 Zur Startseite